Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Sie sagen, sie wollen nicht jammern, denn irgendwie gehe es schon. Peter
und Franziska Müller (Namen geändert) klingen ein wenig stolz, wenn sie
das so sagen: Nicht jammern, trotz Hartz IV.
Und trotz der sechs Kinder des Ehepaares, die auch irgendwie damit klarkommen müssen. „Den Kindern fehlt’s an nichts“, sagt die Mutter, „dafür halten wir uns zurück.“ Zwischen eineinhalb und 14 Jahren alt sind die Kinder, die ganze Familie muss mit 2800 Euro im Monat auskommen, wovon allein 800 Euro für die Miete abgehen.
Sie haben ihr Auto abgeschafft und sich statt dessen einen Fahrradanhänger zugelegt, sie gehen nie aus, und wenn sie einen neuen Film sehen wollen, dann kaufen sie die DVD, die ist viel billiger als ein gemeinsamer Kinobesuch. Wenn ein Kind ein Fahrrad braucht, dann fährt der Vater schon mal eine Stunde mit dem Bus,um ein gebrauchtes Radl für nur 30 Euro zu ergattern. Was aber, wenn mal die Waschmaschine kaputtgehen sollte?
Ihre Kinder sind den Müllers die größte Freude. Zwei von ihnen gehen aufs Gymnasium, der Dritte wird wohl im kommenden September den Übergang schaffen. Stolz sind sie darauf, weil sie dem gängigen Klischee, mit dem Hartz- IV-Familien zu kämpfen haben, widersprächen. Peter Müller, 42, ist seit eineinhalb Jahren arbeitslos, vor einem Jahr hat er sich dann auch noch am Sprunggelenk verletzt, ein äußerst komplizierter Bruch. Er hat zwar Abitur, doch sein Studium hat er nicht abgeschlossen, und auch keine Berufsausbildung. Deshalb macht er sich wenig Hoffnung auf eine normale Stelle, bei einem Vater von sechs Kindern denke sich ein Arbeitgeber womöglich: Ist der dann oft weg wegen der Familie? Ist er öfter krank? Müller würde aber gerne was im Sozialbereich machen, denn mit Kindern könne er gut umgehen. Sagt’s, und strahlt.
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(SZ vom 22.12.09)