Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Robert kommt nur ins Zimmer, weil seine Mutter ihn darum bittet. Er bleibt
auf Abstand, geht ohne die Fremden anzusehen zum Keyboard und spielt so leise, dass nur er die Töne zu hören vermag. Robert ist Autist.
„Wir wussten lange nicht, was mit ihm los ist“, sagt seine Mutter Sharon B. Bis heute lässt Robert sich nur von seiner Mutter anfassen, hin und wieder auch vom Vater.
Doch Robert hat auch Begabungen, die für einen knapp Elfjährigen außergewöhnlich sind. Er setzt sich in sein Zimmer und baut aus Legosteinen das Brandenburger Tor nach, das er in einem Buch zum Mauerfall entdeckt hat. Das Buch hatte Robert in der Bücherei ausgeliehen. Der Weg dorthin ist mühsam: Robert ist lärmempfindlich, hasst Menschenansammlungen. Sharon B. mutet ihm und sich solche Wege dennoch zu, damit Robert später einigermaßen zurechtkommt.
Robert bekommt Bauchkrämpfe, Durchfall, Asthma, wenn er Laktose oder Fruktose isst. Sharon B. muss spezielle Lebensmittel für ihn im Bioladen einkaufen. Das belastet das Budget der Familie zusätzlich. Ihren Beruf in einer Arztpraxis hat Sharon B. aufgegeben, um für ihr Kind da zu sein. Der Vater arbeitet in einer Elektrofirma, das Gehalt reicht zum Leben, aber nicht für Anschaffungen außer der Reihe wie eine spezielle Flöte, die Sharon B. ihrem Sohn gerne schenken würde – einen „Knick-Tenor“. Ein Instrument „für kleine Hände“, wie sie sagt, das warme Töne gibt. „Die hat Robert gern.“ Sprechen kann ihr Sohn kaum, vor dem Telefonieren, der Stimme ohne Gesicht, hat er Angst. „Ich habe niemandem zum Spielen“, hat er der Mutter jüngst geklagt. Schreiben aber kann Robert. Im Kindergartenalter verbrauchte er in manchen Wochen 500 Blatt Papier. Inzwischen ist er auf den Computer umgestiegen, doch der Laptop der Familie ist kaputt. Sharon B. würde ihm gern einen neuen kaufen in der Hoffnung, dass Robert so Kontakt zu seinen Mitschülern aufnehmen kann.
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(SZ vom 03.12.09)